Wie kommt man dazu Texte zu schreiben ?

Eine interessante Frage, die zu beantworten schon einige Zeilen in Anspruch nimmt, wenn man den Weg beschreiben will, den ich gegangen bin. Als jemand, der sich schon immer gern neuen Herausforderungen gestellt hat, war ich bis zum ersten veröffentlichten Text in vielen Richtungen unterwegs.
Da waren die ersten Schritte als Jugendlicher und junger Erwachsener, die Zeit, in der ich bald jeden Science Fiction-Roman gelesen habe, der mir in die Finger fiel. Und in der Folge die ersten Versuche, selbst Geschichten aus diesem Genre zu schreiben.

Einige Veröffentlichungen waren die Folge, die Idee, Romane zu schreiben, scheiterte. Alles Geschriebene, das über mehrere Seiten geht, war damals schon nicht mein Ding. Parallel dazu spielte ich Bass in einer Rockband, später dann Schlagzeuger in einer Tanzband. Dazu gehörten die ersten Texte zu selbst komponierten Stücken. Dann setzte eine musikalisch- schriftstellerische Pause ein, weil ich mich für Jahre dem Laufsport verschrieben hatte. Die Möglichkeit, immer wieder eigene Bestzeiten aufzustellen und auch mal bei Wettkämpfen vordere Plätze zu belegen, übte eine unglaubliche Faszination auf mich aus.

Ich stellte mich der Herausforderung Marathon und schaffte es eine Zeit unter 3 Stunden zu laufen. Der Idee, mit einer sportlichen Leistung ins Guinness Buch der Rekorde zu kommen, folgte der Weltrekord im Treppenlaufen auf den Stufen zum Wahrzeichen Kassels, dem Herkules. Dem Sport bin ich auch heute noch verbunden. Ich laufe mehrmals die Woche, fahre Mountainbike und stell mich im Winter auf die Langlaufskier. Die Wettkämpfe sind seltener geworden, aber ab und an wage ich mich noch einmal heran. Beim Laufen durch Wald und Flur, wenn der Sauerstoff so richtig das Hirn durchflutet, dann kommen manchmal auch super Ideen für Texte.
Eines Tages dann wurden Texte für eine Nordhessische Country-Band gesucht, ich setzte mich wieder an den Schreibtisch, und so entstand der erste Text, der auf einer Schallplatte veröffentlicht wurde. „My home is my Kassel" wird heute noch auf Kasseler Volksfesten gespielt.
Der erste auf einer CD erschienene Titel mit einem Text aus meiner Feder war „Wer nicht liebt kennt keine Tränen" mit dem Duo Südwind bei Koch Records. Einen richtigen Schub bekam die Textdichterei mit meinem Einstieg ins Internet. Durch die daraus entstandenen Kontakte kam eine vorher noch undenkbare Zusammenarbeit zu Stande.
Es ist doch so einiges in den letzten Jahren passiert, was mich mit Stolz erfüllt. Es sind nicht nur die vielen Veröffentlichungen, sondern auch die Freude darüber, dass ich durch das Texten Menschen kennen lernen durfte, die ich sonst nie kennen gelernt hätte. Menschen, mit denen das zusammenarbeiten, das kommunizieren Spaß macht.

Zu Beginn meiner Texterei hätte ich nie daran gedacht, dass ich mal freundschaftliche Kontakte zu Komponisten in Österreich oder Südtirol pflegen oder im Tonstudio der Wildecker Herzbuben einen Blick auf deren goldene Schallplatten werfen würde. Ich hätte auch nie daran gedacht, dass mal jemand Texte von mir in Kölner Dialekt übersetzt und Interpreten aus den Bergen Texte von mir, einem Flachlandtiroler aus der Mitte Deutschlands, über die Berge singen.

Musik verbindet, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe viele Interpreten getroffen, die andere nur vom Fernsehen kennen. Lieder, zu denen ich die Texte geschrieben habe, wurden im TV gesendet oder platzierten sich in vielen Hitparaden.

Mit meinen Texten andere Menschen fröhlich zu machen oder zum Nachdenken anzuregen, ist etwas, was mir sehr viele Freude macht. Texte schreiben zu können ist eine Gabe, für die ich dankbar bin.